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Touch Bar

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MacBooks bekommen Mini-Touchscreen

Apple hat neue MacBooks vorgestellt. So weit so unspektakulär, wäre da nicht ein neues Gimmick namens „Touch Bar“. Statt der bekannten Funktionstasten ziert das obere Ende der Tastatur nun ein Retina-Touchscreen, der fast die gesamte Breite der Klaviatur einnimmt. Dieses schmale Eingabefeld verändert seine Funktion je nachdem welches Programm gerade im Vordergrund läuft. In der Fotos-App bietet es Shortcuts für die schnelle Bearbeitung von Bildern an. In Final Cut Pro kann die Touch Bar zum horizontalen Scrollen durch das aktuelle Projekt genutzt werden. In Safari zeigt sie eine Miniatur-Ansicht der aktuell geöffneten Tabs an und kann natürlich auch dazu genutzt werden zwischen den Websites hin und her zu springen. App-Entwickler können der Eingabeleiste eigene Funktionen zuweisen und dem Nutzer so stets die wichtigsten Befehle einblenden.

Die Touch Bar übernimmt im Grunde Aufgaben die derzeit über die F-Tasten, mit Hilfe von Tastatur-Shortcuts oder aber per Maus erledigt wurden. Ob Profis damit tatsächlich ihre Arbeit schneller vom Tisch bekommen ist fraglich. Für den Gelegenheitsanwender ist das sich ständig anpassende Eingabefeld aber eine große Bereicherung, denn es erleichtert die Bedienung von Anwendungen. Der Nutzer muss nicht mehr nach Schaltflächen und Menüpunkten suchen, er hat sie jederzeit direkt vor der Nase.

Apple stattet seine neuen Pro-MacBooks außerdem mit Touch ID aus. Der User kann damit seinen Rechner nicht nur (wie vom iPhone gewohnt) ohne Passworteingabe entsperren, sondern auch Online-Einkäufe mit Apple Pay tätigen. Leider ist der Bezahldienst immer noch nicht in Deutschland verfügbar. Bei den Schnittstellen hat Apple den Rotstift angesetzt. Das MacBook Pro 15″ hat vier USB-C-Anschlüsse die allesamt zum Aufladen des Laptops genutzt werden können. Die Ports unterstützen außerdem Thunderbolt 3, USB 3.1 Gen 2, Display Port, HDMI und VGA (den entsprechenden Adapter vorausgesetzt). Bis auf einen Kopfhöreranschluss in Form einer 3,5-mm-Klinkenbuchse hat der Fünfzehnzöller keine weiteren Schnittstellen. Selbst der SD-Kartenleser ist verschwunden. Das MacBook 13″ hat sogar nur zwei USB-C-Buchsen. Der Klinkenanschluss bleibt aber auch hier erhalten. Dies führt zu der eigenartigen Situation dass Apples EarPods mit Lightning-Stecker, wie sie jedem iPhone 7 und 7 Plus beiliegen, nicht einmal mehr an die aktuelle MacBook-Reihe angeschlossen werden können. Gleichzeitig lassen die drahtlosen AirPods auf sich warten. Was ist aus dem Konzern geworden der den Musikliebhaber stets im Fokus hatte?

Dank der Schnittstellen-Schrumpfkur ist es Apple gelungen seine MacBooks einige Millimeter dünner zu machen. Dadurch werden sie auch leichter. Das MacBook 13″ wiegt jetzt nur noch 1,37 kg. Das 15-Zoll-Modell bringt es auf 1,83 kg. Letzteres ist mit einem leistungsstarken Intel Core i7-Prozessor (Skylake) mit 2,6 Ghz, 2,7 Ghz oder 2,9 Ghz ausgestattet. Der dedizierte Grafikchip stammt von AMD und kann je nach Ausstattungsvariante bis zu 4 GB Grafikspeicher ansteuern. Das kleinere 13″ MacBook kommt ohne spieletauglichen Grafikchip und muss auch mit etwas schwächeren Prozessoren aus Intels Core i5-Serie Vorlieb nehmen.

Ein neues Einsteiger-MacBook (ebenfalls 13″) wird leider ohne Touch Bar ausgeliefert und kann kurzfristig von Apple geliefert werden. Es kostet stolze 1700 Euro. Das günstigste MacBook mit Touch Bar startet bei 2000 Euro und hat bereits eine Lieferzeit von 3-4 Wochen. Wie seine Geschwister-Modelle ist es in Spacegrau oder Silber erhältlich. Für das 15″-MacBook werden mindestens 2700 Euro fällig. Das Top-Modell mit 15″, 16 GB Arbeitsspeicher, 2 TB SSD, 2,9 Ghz Quad-Core i7-Prozessor und Radeon Pro 460 mit 4 GB Grafikspeicher verlangt Apple sogar 5000 Euro.