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„Who wants a stylus?“ – Apple stellt das iPad Pro vor

Auf dem heutigen Event hat Apple mit der Vorstellung eines neuen iPad-Modells überrascht. Üblicherweise gehört der September nämlich allein dem iPhone. Die Vorstellung neuer iPad-Modelle folgt üblicherweiseweise erst im Oktober. Das neue Tablet nennt sich iPad Pro und verfügt über eine Display-Diagonale von 12,9″. Das „Riesen-iPad“ erreicht trotz schmalem Gehäuse (6,9 mm) eine Akkulaufzeit von 10 Stunden, die dank einer sparsameren Bildschirmtechnologie erreicht werden. Die Bildwiederholrate des Displays passt sich nämlich dynamisch dem Inhalt an. Passiert also wenig auf dem Display, zum Beispiel beim Lesen von eBooks, kann das Tablet so wertvolle Akkuenergie einsparen.

Nicht weniger überraschend war die Vorstellung zweier Zubehör-Artikel, die ich persönlich Apple so nicht zugetraut hätte. Nr. 1 ist eine neue Schutzhülle welche eine eingebaute Tastatur enthält (169 Dollar). Das Design erinnert stark an Microsofts „Surface Touch Cover“. Die Anbindung ans iPad erfolgt jedoch nicht über Bluetooth, sondern über einen neuen Anschluss namens „Smart Connector“, welcher die Verbindung über Magnete herstellt. Der Anschluss erlaubt angedocktem Zubehör außerdem den Austausch von Daten und Energie, so dass Bluetooth-Verbindungen und Zusatzakkus nicht mehr notwendig sind. Eine begrüßenswerte Evolution!

Zubehör Nr. 2 ist ein Eingabestift namens „Apple Pencil“ (99 Dollar), den es so unter Steve Jobs vermutlich nicht gegeben hätte. Dessen Ausspruch „Who wants a stylus?“ ist inzwischen legendär. Apple bietet auch keine Möglichkeit den Stylus am Tastatur-Case oder am iPad Pro zu befestigen. Die Umsetzung des Bluetooth-Stifts scheint allerdings gelungen. Er soll eine hohe Positioniergenauigkeit besitzen, was aber vermutlich eher an einem verbesserten Digitizer des iPad Pro liegen dürfte. Die Chancen stehen also gut dass auch andere Stifte am iPad Pro genauer arbeiten. Pencil erkennt außerdem verschiedene Druckstufen während der Benutzung, man kann also intuitiv dünne und breite Linien zeichen. Als Resultat sollen Skizzen genauso gut gelingen wie auf Papier. Der integrierte Akku soll 12 Stunden halten und sich via Lightning innerhalb von 15 Sekunden für eine Benutzung von 30 Minuten aufladen lassen.

Apple hat die Haus-Apps bereits entsprechend vorbereitet. Beispielsweise lassen sich ab iOS 9 in der vorinstallierten Notizen-App Skizzen hinterlegen. Außerdem verfügt der App Store bereits über eine Vielzahl großartiger Mal- und Notizbuch-Apps.

Auch ans Entertainment hat Apple gedacht. Das iPad Pro bringt vier Lautsprecher mit, die je nach Ausrichtung des Tablets automatisch für Stereo-Sound sorgen. Für Rechenpower sorgt ein A9X-Chip, der überlicherweise noch einmal deutlich leistungsfähiger ist als das iPhone-Pendant. Apple verspricht eine um den Faktor 1,8 verbesserte Rechenleistung im Vergleich zum iPad Air 2. Die Grafikeinheit soll sogar doppelt so schnell sein. Das ist auch nötig, denn im Display des neues Super-iPads stecken stolze 5,6 Millionen Pixel (2732 x 2048).

Mit 710 Gramm ist das neue iPad insgesamt zwar kein Leichtgewicht, doch auf die Größe bezogen geht das Masse-Plus in Ordnung. Das Tablet soll im November erscheinen (Vorbestellung im Oktober) und startet preislich bei 800 Dollar für 32 GB Speicher. 128 GB kosten 950 Dollar. Eine 64er-Variante entfällt. Die Euro-Preise dürften etwas darüber liegen. Wir vermuten 840 Euro fürs 32er Modell und 1000 Euro für die 128 GB-Variante. Mit LTE-Chip kommen nochmal ca. 100 Euro oben drauf, denn das Mobilfunk-Modell gibt es nur mit 128 GB Speicher.

Auch das iPad mini bekommt ein Update. Die 4. Generation des kleinsten Apple-Tablets erhält weitestgehend die Innereien des iPad Air 2 (allerdings keinen A8X- sondern „nur“ einen A8-Chip) und legt so deutlich an Leistung zu. Es startet preislich bei 400 Dollar, was später ca. 430 Euro werden könnten.

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