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Apple stellt das iPhone 6s und 6s Plus vor

Das Highlight der heutige Apple Keynote war zweifellos das neue iPhone. Wie erwartet gibt es zwei Modelle, 6s und 6s Plus. Eine neue Farbe ist ebenfalls an Bord: Roségold. Die interessanteste Neuerung betrifft den Bildschirm. Dieser wird nun druckempfindlich, bleibt aber in der Größe unverändert.

„Force Touch“ fürs iPhone

Man könnte auch sagen „das iPhone bekommt einen Rechtsklick“, denn ein starker Druck aufs Display ruft  bei Apples mitgelieferten Apps eine Art Kontextmenü auf. Dieses Menü enthält „Abkürzungen“ für die am meisten genutzten Funktionen einer App. Beispielsweise kann man so eine Stecknadel in Maps setzen, ohne überhaupt die App zu öffnen. Ein starker Druck auf das Karten-App-Icon genügt.

Ein weicher Druck ruft dagegen eine Vorschau (z. B. von Mails oder Fotos) auf. Auch innerhalb von Anwendungen wird das neue Bedienkonzept fortgeführt. Erstmals bekommt der Nutzer auch ein spürbares Feedback vom Bildschirm, welches durch die bereits aus der Apple Watch bekannte Taptic Engine ermöglicht wird. Wie immer liegt es aber auch an den App-Entwicklern wie schnell sich die neuen Möglichkeiten durchsetzen. Die Einführung von iPhone 6 und 6 Plus hat leider gezeigt, dass selbst einige prominente Apps, wie beispielsweise die Tagesschau, 12 Monate später immer noch nicht angepasst sind.

Spiele dürften am meisten von der neuen Technologie profitieren, denn die als „3D Touch“ bezeichnete Funktion ermöglicht neue Eingabemethoden. Mehr Möglichkeiten erhöhen aber auch die Komplexität des Gesamtsystems. iOS läuft also Gefahr den Ruf eines einfach zu bedienen Betriebssystems zu verlieren.

Außen alt, innen neu

Wie erwartet kommt das iPhone 6s im gewohnte Design. Lediglich der neue Farbton Roségold bringt etwas Pep ins Spiel. Auch die Apple Watch soll es schon bald in dieser Farbe geben, das neue iPad Pro jedoch nicht.

Im Inneren der neuen iPhones werkelt ein A9-Chip dessen Prozessor um 70% schneller rechnen soll als sein Vorgänger. Die Grafikeinheit hat Apple ebenfalls beschleunigt. Sie ist nun 90% flotter unterwegs. Wir dürfen uns also auf neue grafiklastige Games freuen. Der Bewegungsprozessor M9, welcher unter anderem dafür verantwortlich ist eure gelaufenen Schritte zu zählen, sitzt nun nicht mehr separat auf der Hauptplatine des iPhones, sondern wandert mit in den A9 SoC. Als Vorteil verspricht Apple, dass der Motion-Chip nun permanent aktiv sein soll um so Bewegungen genauer zu messen. Auch die Energieeffizient will Apple beim A9 gesteigert haben, und zwar mittels einer neuen Transistor-Architektur.

iPhone 6s und 6s Plus verfügen über die 2. Generation von Touch ID. Der Fingerabdruckleser soll nun doppelt so schnell arbeiten und euer Smartphone so noch schneller entsperren. Beachtet man ein paar Grundregeln, erreicht man aber auch bei der 1. Generation stets gute und schnelle Erkennungsergebnisse.

Bei Gewicht legen sowohl das iPhone 6s als auch das 6s Plus deutlich zu. 20 g mehr bringen sie jeweils auf die Waage, was der Taptic Engine und 3D Touch geschuldet sein dürfte. Beide Modelle werden um 0,2 mm dicker. Dies dürfte aber nicht ausreichen um Probleme mit bestehendem Zubehör zu verursachen.

Zur Ausstattung des Arbeitsspeichers hat sich Apple wie üblich nicht geäußert. Wir rechnen aber fest mit 2 GB RAM. Alles andere wäre eine Frechheit.

Kamera-Revolution

Sollten Apples Angaben stimmen, steht uns in Sachen iSight-Kamera eine kleine Revolution bevor. Apple hat nämlich nicht nur die Auflösung der meistbenutzten Smartphone-Knipse von 8 auf 12 Megapixel erhöht, sondern auch damit einher gehenden Nachteile berücksichtigt. Um Artefakte und Bildrauschen zu minimieren, setzt Apple auf die sogenannte „Deep Trench Isolation“-Technologie. Sie soll verhindern dass sich benachbarte Pixel gegenseitig beeinflussen. Die während der Keynote gezeigten Fotos waren auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen beeindruckend. Apple gab wie üblich an die Bilder nicht bearbeitet zu haben.

Auch an der Foto-Software hat Apple geschraubt. Ein neues Feature namens „Live-Fotos“ erweckt Bilder zum Leben, indem eine kleine Vorschau-Animation mit eingebaut wird. Wischt man also durch seine Fotosammlung, wirken die Bilder lebendiger. Diese Neuerung dürfte sich die bekannten Serien-Aufnahmen zu Nutze machen. Es wird also pro Druck auf den Auslöser nicht nur ein einzelnes Foto aufgenommen, sondern eine ganze Reihe. Spielt man die Bilder nun wie ein „Daumenkino“ hintereinander ab, erhält man ein Ergebnis das wie ein kurzes Video anmutet. Natürlich steigen durch solch eine Spielerei sowohl der Energiebedarf des iPhones, als auch der Speicherplatzbedarf von Fotos. Es bleibt offen was mit „Live-Fotos“ passiert wenn sie auf einen Mac oder in die iCloud exportiert werden.

Videos werden vom iPhone nun in 4k-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) aufgenommen. Dies hat allerdings nicht nur Vorteile. Zwar verbessert sich die Qualität von Video-Schnipseln deutlich, doch nur auf einem 4k-Display kann man dies auch wahrnehmen. Der kleine iPhone-Bildschirm reicht nicht aus um Unterschiede zu erkennen. Selbst auf dem neuen iPad Pro dürfte sich der Wow-Effekt in Grenzen halten. Zudem steigt der Speicherplatzbedarf durch die Aufnahme in 4k-Auflösung erheblich an. Umso verwerflicher ist es, dass Apple das neue iPhone weiterhin mit nur 16 GB Speicher anbieten wird. Wir gehen allerdings davon aus, dass man die Video-Aufnahme-Qualität auf gewöhnliches Full HD herunter setzen können wird. iOS 9 bringt hier bereits das passende Menü mit.

Die Facetime-Kamera wird ebenfalls verbessert. Die Auflösung klettert von 1,2 auf satte 5 Megapixel. Damit Hauttöne bei Selfie-Aufnahmen realistisch abgelichtet werden, bedient sich Apple eines Tricks: Das Display selbst imitiert einen True-Tone-Blitz, den man eigentlich nur von der Kamera auf der iPhone-Rückseite kennt. Für genügend Licht, bzw. Display-Helligkeit, sorgt ein eigener Chip.

Preise und Termine

Im Gegensatz zu den USA hebt Apple die Preise im Euro-Raum deutlich an. Dies dürfte mit dem starken Dollar-Kurs zusammen hängen. Das iPhone 6s wird daher mit 16 GB stolze 740 Euro kosten. Der Vorgänger war noch für 700 Euro zu haben. 64 GB schlagen mit 850 Euro zu Buche. Für 128 GB verlangt Apple 960 Euro. Für ein iPhone 6s Plus in gleicher Speichergröße zahlt man jeweils 110 Euro mehr. Das ist happig!

Apple nimmt laut eigener Angabe ab dem 12. September 9:01 Uhr Online-Vorbestellungen an. Der Verkauf in den Retail Stores startet dagegen knapp 2 Wochen später, also am 25. September. Da der Vorverkauf an einem Samstag startet, gehen wir von einem starken Ansturm aus. Hoffentlich spielen Apples Server mit.

Das iPhone 5s wird von Apple weiterhin verkauft (500 Euro für 16 GB und 550 Euro für 32 GB), genauso wie das iPhone 6 (630 Euro/16GB, 740 Euro/64 GB) und 6 Plus (740 Euro/16GB, 850 Euro/64 GB). Apple schränkt die Farbauswahl allerdings auf silber und spacegrau ein.

Auch in der iCloud tut sich preislich etwas. Die Speicherpläne sollen bald nur noch die Hälfte kosten.

Die finale Version von iOS 9 soll am 16. September zum Download freigegeben werden.

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