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Daten sparen auf dem iPhone und iPad: So schont ihr euer Datenvolumen und euren Geldbeutel

Vor allem bei günstigen Mobilfunktarifen geizen die Provider mit dem inkludierten Datenvolumen. 200 MB und weniger sind auch heutzutage leider noch Standard. Danach setzt die Drosselung ein und die Datenpakete plätschern nur noch kleckerweise aufs iPhone. Die Situation lässt sich auch 1:1 auf den Urlaub im Nicht-EU-Ausland übertragen. Wenn überhaupt, dann bieten die Provider nur winzige Datenvolumina an, zu Preisen um 1 Euro pro Megabyte. Wer Mobilfunkdaten und damit bares Geld sparen will, kann sich allerdings einiger Tricks bedienen um seinen Verbrauch zu reduzieren.

Alternative Browser

Opera Coast komprimiert Websites, bevor sie auf eurem iPhone landen

Opera Coast komprimiert Websites, bevor sie auf eurem iPhone landen

Es gibt Browser-Apps, welche erhebliche Datenmengen einsparen können. Die wohl bekanntesten sind Opera Mini und Opera Coast. Beide Alternativ-Browser arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Bevor eine Website auf dem iPhone landet, wird sie auf einen speziellen Server umgeleitet, der Texte, Bilder und Videos komprimiert. Anschließend wird eine abgespeckte Version der Internetseite aufs Apple-Smartphone geschickt. Die Kompression ist bei Bilden und Videos in Form von Qualitätsverlust sichtbar, jedoch in der Regel nicht störend. Unsere eigene Website wurde in einem Test von 934 kB (Safari) auf 33 kB (Opera Mini) geschrumpft. Dies entspricht einer Kompressionsrate von 96%!

Bereits komprimierte Videos der mobilen Website von Tagesschau.de schrumpfte Opera Mini in unserem Test um weitere 19%, Opera Coast sogar um 59%. Beide Apps sind universal und somit auch fürs iPad verfügbar. Für welchen der beiden Browser ihr euch entscheidet ist letztlich Geschmacksache. Beide sind gratis. Vergesst aber nicht, dass alle Daten über einen fremden Server laufen. Ein gewisses Grundvertrauen gegenüber der norwegischen Firma Opera müsst ihr also mitbringen, oder aber sensible Infos weiterhin in Safari eingeben.

Hinweis: In Opera Coast muss das Kompressionsverhalten in den Einstellungen manuell aktiviert werden. Der sogenannte „Turbomodus“ spart aber nicht nur Daten, sondern lädt Websites auch deutlich schneller, vor allem wenn nur eine langsame EDGE-Verbindung zur Verfügung steht, oder die Datendrosselung eures Providers bereits aktiv ist.

Werbung blockieren

Ein Großteil eures teuer bezahlten Datenvolumens wird von eingeblendeter Werbung verschlungen. Als Faustformel gilt: Je mehr Animationen auf eurem Display herum tanzen, desto teurer kommt euch das unerwünschte Schauspiel zu stehen. Erfreulicherweise hat Apple mit iOS 9 erstmals Werbeblocker für Safari freigeschaltet. Wie ihr die lästige Reklame ausknipsen könnt, erfahrt ihr hier.

Wer noch mit iOS 8 unterwegs ist, kann als Alternative die App Adblock Browser nutzen.

Safari-Einstellungen

Wer Safari nicht missen möchte, kann zumindest in einem eingeschränkten Rahmen Daten einsparen, indem er die Funktionen „Suchmaschinenvorschläge“, „Spotlight-Vorschläge“ und „Toptreffer vorab laden“ deaktiviert. Die entsprechenden Schalter befinden sich unter Einstellungen / Safari.

WLAN-Assist

Die Option WLAN-Assist gibt es erst ab iOS 9

Die Option WLAN-Assist gibt es erst ab iOS 9

Die Option „WLAN-Assist findet ihr erst ab iOS 9 unter Einstellungen / Mobiles Netz. Der standardmäßig aktivierte Schalter dient dazu WLAN-Aussetzer zu überbrücken, zum Beispiel wenn die Verbindungsqualität schwankt, oder ihr beispielsweise euer Zuhause und das dortige Drahtlosnetzwerk verlasst, das iOS-Gerät dies aber noch nicht registriert hat. Fällt das WLAN kurzfristig aus, springt also eurer mobiler Datentarif ein. Wer seinen Datenverbrauch reduzieren möchte, sollte „WLAN-Assist“ also deaktivieren.

Streaming-Dienste

Die offizielle Youtube-App streamt standardmäßig in HD

Die offizielle Youtube-App streamt standardmäßig in HD

Viel effektiver als die Safari-Optimierung ist das Meiden sämtlicher Audio- und Video-Streams. Vor allem Youtube und Co. können innerhalb weniger Minuten euer gesamtes monatliches Datenvolumen aufbrauchen. Dies ist zwar ärgerlich, verursacht aber nicht unmittelbar Mehrkosten. Gefährlich wird es erst, wenn ihr einen Tarif mit Datenautomatik nutzt. Ist dies der Fall, wird bei eurem Mobilfunkanbieter automatisch ein neues Datenpaket gebucht, sobald das vorherige aufgebraucht ist. Das kann teuer werden!

Tipp 1: Die offizielle Youtube-App lädt Videos standardmäßig in HD-Qualität, selbst dann wenn dem Endgerät nur eine mobile Datenverbindung zur Verfügung steht. Um diese maßlose Verschwendung zu beenden, öffnet ihr die Youtube-App, klickt links oben auf die drei parallelen Balken und anschließend auf das Zahnrad-Symbol. Im sich nun öffnenden Einstellungen-Menü aktiviert ihr den Schalter „HD-Stream nur im WLAN“. Die mobile Website von Youtube reduziert dagegen von selbst die Datenrate, wenn eine 3G- oder LTE-Verbindung erkannt wird.

Tipp 2: Wer einen Mobilfunktarif der Telekom nutzt und viel Musik streamt, sollte sich die Spotify-Option einmal ansehen. Die beliebte Musik-Flat ist zwar mit einem Preis von 9,95 Euro nicht günstiger als bei Spotify selbst, doch dafür wird das via Audiostream verbrauchte Datenvolumen nicht auf euren Mobilfunktarif angerechnet. Hier kann man also selbst den qualitativ hochwertigen 320-kbit/s-Audiostream anhören (verbraucht normalerweise stolze 2,3 MB/Minute), ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Vodafone und O2 kooperieren zwar ebenfalls mit Musik-Flat-Anbietern, jedoch schlägt sich dort der Vorteil allein in einem günstigeren Abo-Preis nieder. Das Datenvolumen wird leider voll angerechnet.

Offline-Modus

Manche Mediatheken (z. B. Watchever) und fast alle Musik-Flatrate-Dienste bieten inzwischen einen sogenannten Offline-Modus an. Damit die speicherhungrigen Multimedia-Daten auch ohne Internetverbindung genutzt werden können, und so euer Datenvolumen nicht belasten, müssen sie im Vorfeld via WLAN auf euer iPhone bzw. iPad herunter geladen werden. Wer ein Endgerät mit 16 GB oder weniger besitzt, stößt hier aber schnell an seine Grenzen.

Auch Youtube-Videos lassen sich mit der richtigen App offline speichern.

Was ist mit Siri?

Obwohl Siri eure Spracheingaben zunächst als Audio-Daten zu Apple schicken muss, bevor ihr eine Rückinfo erhaltet, ist die smarte Assistentin in Sachen Datenverbrauch erstaunlich genügsam. Eine Wetterabfrage schlägt gerade mal mit rund 10 Kilobyte zu Buche. Wer Siri also in einem normalen Rahmen nutzt, muss sich keine Gedanken machen.

Facebook

Facebooks Autoplay-Funktion ist gut versteckt

Facebooks Autoplay-Funktion ist gut versteckt

Wer die offizielle Facebook-App nutzt, wird vermutlich bereits auf die Autoplay-Funktion für Videos gestolpert sein. Besonders perfide daran ist, dass sie standardmäßig auch dann aktiviert ist, wenn dem iOS-Gerät kein WLAN zur Verfügung steht. Da Videos besonders datenhungrig sind, empfehlen wir die Deaktivierung dieser Funktion.
Den entsprechenden Schalter hat das Zuckerberg-Imperium (mal wieder) gut versteckt. Öffnet die Facebook-App und klickt auf die drei waagerechten Balken im unteren rechten Displaybereich. Scrollt nun nach unten und klickt auf „Kontoeinstellungen“. Klickt im nächsten Menü auf „Videos und Fotos“. Im nachfolgenden Untermenü klickt ihr auf „Autoplay“. Im Autoplay-Menü findet ihr schließlich die Funktion „Smart Autoplay“. Hier könnt ihr die Funktion entweder ganz deaktivieren, oder die Autoplay-Funktion auf WLAN-Netze beschränken.

Automatische iTunes-Downloads und App-Updates

Automatische App-Updates und iTunes-Downloads sind bequem und daher bei vielen Nutzern beliebt. Sie können jedoch im Nu das monatliche Datenkontingent auffressen, wenn ein einziger Schalter falsch gesetzt wurde. Öffnet in iOS die „Einstellungen“ und klickt anschließend auf „iTunes & App Store“. Scrollt nach unten zu den „Automatischen Downloads“. Hier könnt ihr festlegen welche Datenarten (Musik, Apps, Bücher, App-Updates) euer iOS-Gerät ohne euer Eingreifen herunterladen darf. Hier könnt ihr bedenkenlos alle Schalter aktivieren. Vergesst aber auf keinen Fall den zwei Zeilen tiefer liegenden Schalter „Mobile Daten verwenden“ zu deaktivieren.

Podcasts

Wer nicht aufpasst lädt Podcasts über seinen mobilen Datentarif

Wer nicht aufpasst lädt Podcasts über seinen mobilen Datentarif

Vor allem Video-Podcasts erreichen nicht selten eine Größe, welche das monatlich zur Verfügung stehende Datenvolumen übersteigt. Wenn ihr Podcasts abonniert habt, solltet ihr daher unbedingt die Einstellungen eurer Podcast-App überprüfen.
Wer Apples hauseigenes Podcasts nutzt, muss besonders aufpassen, denn hier besteht die Möglichkeit dass die beliebten Audio- und Video-Produktionen auch via 3G oder LTE heruntergeladen werden, selbst wenn die App geschlossen ist. Kontrolliert daher unter Einstellungen / Podcasts ob der Schalter „Nur über WLAN laden“ aktiviert ist. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, deaktiviert zusätzlich den Schalter „Mobile Daten verwenden“, denn ein versehentlicher Klick auf einen noch nicht herunter geladenen Podcast startet sofort den Audio- bzw. Video-Stream.

Messenger-Dienste

Instant Messenger knabbern kaum an eurem Datenvolumen, so lange sich eure Aktivitäten auf reinen Text beschränkt. Kommen aber Bilder oder gar Videos hinzu, schnellt der Verbrauch in die Höhe. Auf Multimediadaten muss man nicht gänzlich verzichten. Es genügt die Qualität der übermittelten Fotos und Videos etwas einzuschränken. Die meisten Messenger bieten entsprechende Optionen in ihren Einstellungen. Bei Threema werdet ihr zum Beispiel unter Einstellungen / Medien fündig. Whatsapp kennt dagegen keine Qualitätsoptionen. Hier kann man nur unter Einstellungen / Chat-Einstellungen / Medien Auto-Download den Abruf von Audio-, Foto- und Videodaten auf das WLAN-Netz beschränken.

Twitter

Twitters Autoplay-Menü ist gut versteckt

Twitters Autoplay-Menü ist gut versteckt

Die Werbung auf Twitter wird immer penetranter. Inzwischen beinhalten die gesponserten Tweets auch Videos, welche ohne Nachfrage starten und euer kostbares Datenvolumen verbrauchen. Um die Autoplay-Funktion abzuschalten, klickt zunächst auf „Account“ in der unteren rechten Bildschirmecke. Anschließend müsst ihr auf das kleine Zahnrad-Symbol im oberen Display-Drittel tippen, welches sich rechts vom angezeigten Profilbild befindet. Im nun aufpoppenden Menü klickt ihr auf „Einstellungen“ und nachfolgend auf „Video Autoplay“. Nun könnt ihr auswählen dass Videos entweder gar nicht mehr von allein starten sollen, oder nur wenn ihr euch in einem WLAN befindet.

Wir haben festgestellt, das Twitter die Einstellungen nach Updates gerne wieder zurücksetzt. Macht euch also darauf gefasst wiederholt eingreifen zu müssen. Persönlich haben wir daher schon lange von der offiziellen Twitter-App Abstand genommen und bevorzugen das werbefreie Tweetbot 3.

Endkontrolle

Ihr könnt übrigens für jede einzelne App festlegen, ob sie mobile Daten verwenden darf, oder nur via WLAN mit dem Internet kommunizieren kann. Geht hierzu in die iOS-Einstellungen und klickt auf „Mobiles Netz“. Scrollt nach unten, bis alle eure Apps aufgelistet werden. Schalter für Schaltet habt ihr nun die volle Kontrolle.

Schlusswort

Jedes eingesparte Megabyte bedeutet übrigens nicht nur dass euer Datentarif geschont wird. Ihr werdet auch feststellen, dass die Akkulaufzeit ganz erheblich davon abhängt, wie häufig und wie intensiv ihr das mobile Internet nutzt. Das Mobilfunkmodul zählt nämlich zu den größten Stromverbrauchern in eurem iPhone.

Weitere hilfreiche Tipps findet ihr in unserer Rubrik Tipps & Tricks.

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