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Tutorial: Alles was ihr über Apple Music wissen müsst

Apple Music ist meiner Meinung nach aktuell der interessanteste Musik-Streaming-Dienst auf dem Markt. Die nahtlose Integration in Apples Betriebssysteme und die zahlreichen Möglichkeiten neue Künstler kennenzulernen werden derzeit von keinem anderen Anbieter geboten.

Doch es gibt auch Schattenseiten. Vor allem die Bedienung ist anfangs ein Hindernis. Darum soll euch dieser Artikel helfen die versteckten Funktionen zu finden und für euch nutzbar zu machen. Obwohl sich die Nutzeroberfläche von Apple Music je nach Endgerät unterscheidet, bleiben die Grundfunktionen doch gleich. Daher werden hier alle Features am Beispiel iPhone erklärt.

Bevor ihr loslegt

Prinzipiell ist Apple Music ein kostenpflichtiger Dienst. Die Einzel-Mitgliedschaft kostet 9,99 Euro pro Monat. Studenten erhalten Sonderkonditionen und zahlen nur die Hälfte. Auch Familien können sparen. Bis zu sechs Personen kommen in einem Familienabo für 14,99 Euro/Monat unter. Damit ihr nicht die Katze im Sack kaufen bzw. abonnieren müsst, gewährt euch Apple 3 kostenlose Probemonate die ab der ersten Anmeldung für Apple Music starten. Mobilfunk-Kunden der Deutschen Telekom können sich weitere 6 Monate kostenlosen Musikgenuss sichern.

Ihr könnt Apple Music auf einem iPhone, iPad, iPod touch (ab 6. Generation), Android-Smartphone, Mac, Apple TV (ab 4. Generation), oder PC (mit iTunes) nutzen. Ihr benötigt außerdem eine Internetverbindung damit die Songs gestreamt oder für eine Offline-Nutzung heruntergeladen werden können.

Datenverbrauch

Apples Musikkatalog ist mit einer guten Qualität von 256 kbit/s codiert. Dies bedeutet, dass pro Minute knapp 1,9 Megabyte Daten übertragen werden. Pro Stunde gehen rund 113 MB über die Leitung. Wer seinen mobilen Datentarif schonen möchte lädt seinige Songs und Alben daher im WLAN herunter. Ist das nicht möglich, zum Beispiel weil der Gerätespeicher eures iOS-Gerätes voll ist, lässt sich der mobile Datenverbrauch per Einstellung halbieren (Einstellungen / Musik / Mobile Daten / „Streaming in hoher Qualität“ ausschalten). Ist „Streaming in hoher Qualität“ abgeschaltet stellt Apple Music Songs und Alben nur noch in etwa 128 kbit/s bereit. Das gilt sowohl fürs Streamen als auch für den Download. Sobald das Endgerät wieder mit einem WLAN verbunden ist, kehrt der Dienst automatisch zur hohen Qualitätsstufe zurück. Songs die einmal abgespielt wurden behält die Musik-App für einige Zeit im Speicher. Mehrmals den selben Song abzuspielen verbraucht also keine zusätzlichen Daten.

Ersteinrichtung

Beim ersten Start von Apple Music fragt der Dienst eure Hörgewohnheiten ab. Sowohl am iPhone als auch am PC und Mac werden euch dabei zunächst Genres und im zweiten Schritt Künstlernamen als runde Blubberblasen angezeigt. Genres und Künstler die ihr mögt könnt ihr per Klick favorisieren (die Blasen werden dann größer). Apple will so eure Hörgewohnheiten kennenlernen um euch später Musik vorzuschlagen die euch gefällt. Obwohl der Ablauf der Ersteinrichtung am PC/Mac und iOS-Gerät recht ähnlich aussieht, gibt es doch Unterschiede. Am iPhone/iPad könnt ihr nämlich einzelne Lieblingsinterpreten den ansonsten automatisch generierten Künstler-Vorschlägen hinzufügen. Warum dies am PC/Mac nicht möglich ist, bleibt Apples Geheimnis.

Ihr könnte die Eingabe eurer Genre- und Künstler-Favoriten jederzeit wiederholen und so direkten Einfluss auf die euch vorgeschlagene Musik nehmen. Dazu öffnet ihr am iPhone/iPad die Musik-App und klickt im ersten Schritt auf den Menüpunkt „Für Dich“. Im zweiten Schritt klickt ihr auf das Account-Symbol in der rechten oberen Bildschirmecke und anschließend auf „Künstler auswählen“.

Mediathek

Dreh- und Angelpunkt von Apple Music ist die Mediathek. Hier werden alle Songs, Alben, Playlists und Musikvideos zusammengeworfen. Dabei spielt es keine Rolle ob ihr die Titel vor 10 Jahren in iTunes gekauft habt oder ob sie vor 3 Tagen aus dem Apple Music-Katalog übertragen wurden. Eine Unterscheidung woher die Daten stammen ist aus Sicht des Anwenders auch nicht wünschenswert, schließlich möchte man Zugriff auf seine gesamte Musik haben und das mit möglichst wenigen Handgriffen. Am Anfang kann aber gerade dieser Musik-Eintopf sehr verwirrend sein. Am besten stellt ihr euch die Mediathek als ein klassisches CD-Regal vor. Hier lagern alle Schätze die ihr mal gekauft habt. Zusätzlich kommt mit jedem im Apple Music-Katalog markierten Album eine weitere CD hinzu. Ein Download der Titel aus Apple Music ist dafür noch nicht erforderlich. Die Markierung eines Albums/Titels/Videos durch einen Klick auf „Hinzufügen“ reicht aus damit die Musik dauerhaft in eurer Mediathek angezeigt wird.

Falls ihr Apple Music auf mehr als einem Gerät nutzen möchtet, bietet es sich an die sogenannte iCloud-Musikmediathek zu aktivieren (Einstellungen / Musik / iCloud-Musikmediathek). Alle Titel, Alben und Playlists synchronisieren sich dann online mit denjenigen Geräten auf denen ihr ebenfalls die iCloud-Musikmediathek aktiviert habt. Euer gedankliches „CD-Regal“ ist dann also auf allen euren iPhones, iPads, Macs, PCs, etc. das gleiche. Fügt ihr beispielsweise auf eurem iPhone einen neuen Song zur Mediathek hinzu, landet er auch automatisch auf eurem iPad. Löscht ihr den Song anschließend auf dem iPad, verschwindet er auch auf dem iPhone.

Um den Überblick in der Mediathek nicht zu verlieren bietet die Musik-App verschiedene Filter bzw. Ansichten an. Beispielsweise könnt ihr eure Sammlung nach Künstlern, Alben, Playlists, Videos, Compilations und (herunter)geladener Musik sortieren lassen. Die entsprechenden Menüpunkte findet ihr im Menü „Mediathek“. Ihr könnt sogar einige dieser Filter/Ansichten entfernen oder deren Reihenfolge verändern. Klickt dazu auf den Bearbeiten-Button in der rechten oberen Ecke in der Mediathek-Darstellung.

Unterhalb der Filter/Ansichten werden die zuletzt zur Mediathek hinzugefügten Alben, Playlists, etc. angezeigt. Das ist praktisch wenn man nach einem längeren Streifzug durch Apples Musikkatalog diejenigen Titel hören möchte die man gerade frisch erbeutet hat, und das ohne erst lange danach suchen zu müssen.

Suchen

Wer die Mediathek als zu kompliziert empfindet kann Apple Music auch ohne sie nutzen. Dann bedient man sich einfach der Suchfunktion und findet so die gewünschten Künstler und Alben. Aber aufgepasst! Die Suche unterscheidet zwischen eurer Mediathek und dem Apple Music-Katalog. Wenn euch also keine Suchergebnisse angezeigt werden, habt ihr vermutlich in der Mediathek anstatt auf Apple Music gesucht. Dies erkennt ihr an den beiden Reitern im oberen Bereich der Suche-Ansicht.

Für Dich

Eines der Kern-Features von Apple Music sind die täglich wechselnden Musikempfehlungen. Welche Alben, Playlists und Neuheiten euch in der Ansicht „Für Dich“ angezeigt werden, hängt stark davon ab welche Titel und Alben von euch eine „Gefällt mir“-Markierung erhalten haben. Wie ihr ein „Gefällt mir“ verteilt, könnt ihr im Tutorial-Abschnitt „Kontext-Menü“ nachlesen“. Eines Tages werdet ihr jedoch feststellen, dass sich die Musikempfehlungen wiederholen. Sie eignen sich daher nur am Anfang dazu neue Künstler kennenzulernen.

Scrollt ihr in der „Für Dich“-Ansicht bis ganz nach unten werden euch Posts aus Apples sozialem Musik-Netzwerk „Connect“ angezeigt. Die eigentlich bereits als gescheitert geltende Kommunikationsplattform für Künstler und Fans zeigt sich inzwischen ein wenig lebendiger als früher. Es sind vor allem junge Künstler die den Dienst als Draht zu den Fans nutzen. Welche Künstler euch in der Timeline angezeigt werden hängt davon ab welchen Bands, DJs und Sängern ihr folgt. Klickt in der Musik-App auf „Für Dich“ und anschließend auf das Account-Symbol in der rechten oben Bildschirmecke. Im sich nun öffnenden Menü klickt ihr auf „Mehr Künstler und Kuratoren“. Anschließend könnt ihr per Schalter auswählen ob ihr automatisch allen Künstlern auf Connect folgen wollt die sich in eurer Mediathek tummeln, oder ob ihr manuell auswählen möchtet wem ihr die Treue haltet. Erwartet in jedem Fall von Connect nicht zu viel. Derzeit ist es nicht einmal möglich über Connect das Apple Music-Profil eines Künstlers aufzurufen, geschweige denn alle seine geposteten Beiträge anzeigen zu lassen.

Entdecken

Musik-Streaming-Dienste leben von ihrem riesigen Katalog den man als Abonnent natürlich nach und nach kennenlernen möchte. Die Ansicht „Entdecken“ bietet verschiedene Möglichkeiten seinen musikalischen Horizont zu erweitern. Im oberen Bereich der „Entdecken“-Seite tummeln sich allerhand Neuerscheinungen, aktualisierte Playlists (z. B. Chart-Hits, das Beste der Woche, etc.) und gerade angesagte Künstler. Empfehlenswert ist aber vor allem ein Klick auf „Kuratierte Playlists“. Hier findet man Wiedergabelisten die für bestimmte Aktivitäten (Workout, Chillen, Party) und Stimmungen (Romantik, Erinnerungen, Melancholie) zusammengestellt wurden.

Scrollt man weiter nach unten wird man mit frischen Playlists geradezu überflutet. Hier sind neben den Standard-Genres auch exotische Stilrichtungen wie K-Pop, Urban Latin und Música Tropical vertreten. Nicht weniger spannend ist der Bereich „Kuratoren“. Hier geben Musik-Labels, Künstler, Mode-Konzerne und Musik-Magazine ihre Playlist-Zusammenstellungen preis. Zu guter letzt kann man sich Wiedergabelisten auch nach Genres sortiert anzeigen lassen.

Neue Musik kann man auch gut über die Sender-Funktion (siehe Aktikel-Abschnitt „Kontext-Menü“) entdecken. Basierend auf dem Song auf dessen Basis der Sender erstellt wurde, werden dazu passende Titel gespielt. Gefällt das Gehörte kann mit einem Klick auf den eingeblendeten Stern (Wiedergabeansicht) dafür sorgen, dass die nächsten Musikstücke stilistisch ähnlich ausfallen. Lag der Algorithmus daneben, springt man einfach zum nächsten Titel.

Radio

Im Bereich „Radio“ findet man Apples Internet-Radiosender Beats 1, der auch ohne Abo gehört werden kann. Rund um die Uhr betreuen international bekannte Moderatoren die Nonstop-Sendung. Es gibt ein festes Programm welches unter „Kommende Sendungen“ (mit Angabe der entsprechenden Uhrzeiten) für die nächsten 24 Stunden im Voraus angekündigt wird. Die Hintergrundinfos zu den einzelnen Sendungen halten sich allerdings in Grenzen. Das gesamte Programm ist außerdem englischsprachig.

Interessanter ist es in den bereits vergangenen Sendungen zu stöbern, da regelmäßig Zusammenstellungen und Live-Mitschnitte zu bekannten Künstlern auf Beats 1 gespielt werden. Die in einzelne Folgen getrennten Sendungen sind nach Künstlern sortiert und lassen sich so gut durchstöbern.

Kontext-Menü

Das Kontext-Menü taucht in Apple Music immer wieder auf. Es ist eines der wichtigsten Bestandteile des Dienstes und dient dazu Titel, Alben, Playlists und Videos zu managen. Das Menü kann auf verschiedene Arten aufgerufen werden:

  1. Mit einem langen Tippen auf ein Album-Cover (iPhone 6 oder älter, iPad)
  2. Mit einen starken Druck auf ein Album-Cover (iPhone 6s oder neuer)
  3. Mit einem Klick auf das Drei-Pünktchen-Symbol welches an vielen Stellen in Apple Music auftaucht:

Über das Kontext-Menü könnt ihr…

  • …Musik herunterladen (und so für das Offline-Hören bereitstellen),
  • …Musik zur Mediathek hinzufügen (oder löschen)
  • …Musik zu einer Playlist hinzufügen (aber nicht löschen)
  • …den Liedtext anzeigen lassen
  • …Musik als „nächsten Titel“ in die aktuelle Wiedergabeliste einreihen
  • …Musik mit „später wiedergeben“ ans Ende der aktuellen Wiedergabeliste setzen
  • …einen virtuellen (Radio)sender erstellen der ähnliche Songs wie diesen spielt
  • …Musik via Twitter, Facebook, E-Mail, SMS, etc. teilen (sogar selbst erstellte Playlists)
  • …Musik als „gefällt mir“ (Herz) oder „gefällt mir nicht“ (durchgestrichenes Herz) markieren

Wiedergabesteuerung

Sobald ein Song abgespielt wird könnt ihr die Wiedergabe-Ansicht aufrufen. Dazu klickt ihr auf den Balken mit dem Mini-Album-Cover im unteren Bereich des Bildschirms. Alternativ könnt ihr diesen Bereich auch gedrückt halten und nach oben wischen. In der Wiedergabe-Ansicht findet ihr neben dem in voller Größe präsentierten Album-Cover die Buttons für Play/Pause, nächster Titel, vorheriger Titel, Titel-Download (Wolke) und Kontext-Menü (Pünktchen). Hier könnt ihr außerdem über zwei Schiebe-Regler die aktuelle Wiedergabeposition und die Lautstärke ändern.

Auf den ersten Blick sucht man die Schaltflächen für die Zufallswiedergabe und die Wiedergabewiederholung vergeblich. Apple hat sie nämlich gut versteckt. Erst wenn man das Album-Cover wie in unserer Animation gezeigt nach oben schiebt, kommen die Buttons zum Vorschein. Schiebt man das Cover noch weiter nach oben, wird der Liedtext angezeigt (falls einer von Apple hinterlegt wurde).

Playlists

Von der Community erstellte und gepflegte Wiedergabelisten gibt es in Apple Music nicht. Ein derartiges Feature scheint aber zumindest in Planung zu sein, denn klickt man innerhalb einer Playlist auf „bearbeiten“ taucht ein Schalter mit der Bezeichnung „öffentliche Playlist“ auf. Dessen Aktivierung lässt die selbst erstellen Wiedergabeliste jedoch nicht im Apple Music-Katalog erscheinen. Apple selbst erklärt die Funktion bisher nirgends.

Es ist auch nicht möglich die von Apple oder Kuratoren zusammengestellten Playlists zu bearbeiten. Warum Apple hier dem Hörer nicht mehr Freiheiten lässt ist mir ein Rätsel. Immerhin ist es aber möglich den selbst generierten Playlists ein beliebiges Bild als Cover zu verpassen.

Zum Start von Apple Music landete jeder Playlist-Song auch automatisch in der Mediathek, was letztlich der Übersichtlichkeit schadete. Inzwischen kann der Nutzer selbst entscheiden ob einzelne Playlist-Titel in der Mediathek angezeigt werden oder nicht. Unter Einstellungen / Musik / Mediathek befindet sich der entsprechende Schalter.

Offline-Nutzung

Apple Music bietet mehrere Möglichkeiten an Titel, Alben, Playlists und Videos herunterzuladen. Die wohl offensichtlichste wird per Klick auf das Wolken-Symbol neben bereits in der Mediathek abgelegter Musik angestoßen. Wem das zu mühselig ist der kann jeden Song der zur Mediathek hinzugefügt wird automatisch herunterladen lassen. Dazu müsst ihr auf eurem iOS-Gerät unter Einstellungen / Musik / Downloads / Automatische Downloads den entsprechenden Schalter aktivieren. Eine Möglichkeit die gesamte Mediathek mit einem Klick offline verfügbar zu machen gibt es leider nicht.

Droht der Gerätespeicher zu platzen findet man unter Einstellungen / Musik / Downloads / Speicher optimieren einen Schalter um länger nicht mehr gespielte Titel automatisch vom iPhone bzw. iPad zu fegen. Unter Einstellungen / Musik / Downloads /Musikdownloads könnt ihr einzelne Künstler, Alben oder sogar alle Titel mit nur zwei Klicks von eurem iOS-Gerät löschen.

Siri

Apple Music lässt sich bequem per Siri steuern. Folgende Befehle kennt die Sprachassistentin:

  • „Spiel die beliebtesten Songs aus dem Jahr 2016“
  • „Spiel mehr Songs wie diesen.“
  • „Füge das neue Album von Taylor Swift meiner Mediathek hinzu.“
  • „Spiel irgendein Album von Pharrell Williams ab, von dem du glaubst, dass es mir gefällt.“
  • „Spiel die besten Songs von Drake ab.“
  • „Spiel fröhliche Musik.“
  • „Spiel irgendetwas zur Erholung.“
  • „Spiel meine Neuveröffentlichungen.“
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