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Apple stellt das iPhone 7 und iPhone 7 Plus vor

Der durch die Gerüchteküche vorhergesagte Wegfall der 3,5-mm-Klinkenbuchse beim iPhone 7 hat bereits vor Monaten für Aufruhr im Netz gesorgt. Tatsächlich verzichtet Apple beim iPhone 7 und iPhone 7 Plus auf den analogen Kopfhöreranschluss und verweist stattdessen auf die hauseigene Lightning-Schnittstelle. Dieser für manche Nutzer gravierende Einschnitt hat jedoch einen positiven Nebeneffekt: Das neue iPhone ist spritzwassergeschützt.

Tauchgänge werden aber auch mit dem iPhone 7/7 Plus nicht möglich sein, da die von Apple genannte Schutzart IP 67 lediglich das zeitweilige Untertauchen gestattet. Im Gegensatz zur Apple Watch 2 sieht der Smartphone-Hersteller von einer Tiefenangabe ab, so dass die Wasserresistenz mehr als Schutz vor versehentlichen Stürzen ins Klo oder in die Badewanne anzusehen ist. Auf seiner Website (im Kleingedruckten) weist Apple sogar explizit darauf hin, dass entstandene Wasserschäden NICHT von der Garantie abgedeckt seien. Hier könnten die Erwartungen der Technik-Fans mit den Vorgaben des iPhone-Herstellers kollidieren und ein unschönes „Watergate“ verursachen. Apple wäre auch nicht der erste Smartphone-Hersteller der mehr Wasserdichtigkeit versprochen hat als die Geräte am Ende halten konnten.

Wie erwartet ist das iPhone 7 eine Weiterentwicklung seiner Vorgänger und keineswegs ein vor Innovationen strotzendes Gerät. Auffälligstes Merkmal ist wohl die neu eingeführte Farbe Diamantschwarz. Diese in Klavierlackoptik glänzende iPhone-Variante wird es nur mit 128 oder 256 GB Speicherkapazität geben. Ich gehe davon aus, dass Diamantschwarz die meisten Interessenten ansprechen wird, so dass zum Verkaufsstart die Bestände schnell knapp werden. Erfreulicherweise verzichtet Apple inzwischen auf das zu Recht verpönte 16-Gigabyte-Modell. Die kleinste Speicherausstattung beträngt nun endlich zeitgemäße 32 GB. Die bisher oft gekaufte 64-GB-Stufe bietet Apple dagegen nicht mehr an.

airpods

Auf Grund des fehlenden Kopfhöreranschlusses liegen dem iPhone 7/7 Plus EarPods mit Lightning-Stecker bei. Ein gleichzeitiges Musikhören und Aufladen ist damit nicht mehr möglich. Zusätzlich hat Apple die sogenannten AirPods vorgestellt. Dabei handelt es sich um drahtlose InEar-Hörer, die sich automatisch mit dem iPhone und der Apple Watch verbinden. In den Mini-Kopfhörern setzt Apple einen selbst entwickelten Drahtlos-Chip ein, der offenbar nicht auf Bluetooth basiert. Somit werden die neuen Stöpsel vermutlich auschließlich mit Apple-Geräten zusammenarbeiten die aktuell noch mit Software-Updates versorgt werden. Die Akkulaufzeit liegt bei 5 Stunden. Ein mitgeliefertes Lade-Case bietet Reserven für bis zu 24 Stunden Musikgenuss. Dank Schnelladefunktion sollen 15 Minuten in der Box bereits ausreichen um die Hörer für 3 Stunden Wiedergabe fit zu machen. Die jeweils verbleibende Akkulaufzeit gibt Siri auf Nachfrage preis. Das komplett kabellose Headset kann nämlich durch zweimaliges Antippen die iPhone-Sprachassistentin aufrufen. Apples AirPods werden erst im Oktober in den Handel kommen. Der Preis liegt bei 179 Euro. Neue Beats-Hörer haben die Kalifornier ebenfalls angekündigt.

Auch dieses Jahr hat Apple die Kamera in den neuen iPhones verbessert. Erstmals bekommt die 4,7″-Ausführung eine optische Bildstabilisierung, die sich vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen in Form von rauschärmeren Fotos bemerkbar machen wird. Die größere Blendenöffnung (Blendenzahl f/1.8) lässt zusätzliches Licht passieren. Das 5,5″ große iPhone 7 Plus erhält gleich zwei unterschiedliche Kameralinsen für die Rückseite und ist so in der Lage einen zweifachen optischen Zoom auszuführen. Im Gegensatz zum digitalen Zoom, der bei gleicher Auflösung lediglich den Bildauschnitt vergrößert, entsteht dabei kein Qualitätsverlust. Die Anzahl der Pixel bleibt bei beiden iPhones bei 12 Millionen. Üblicherweise mangelt es Smartphone-Fotos an Tiefenschärfe. Ein neuer Portaitmodus soll im Laufe des Jahres per Software-Update nachgereicht werden und diese Schwäche ausbügeln. Auch die Facetime-Kamera bekommt eine Auffrischung. Selfies lassen sich bei beiden 7er-Modell mit jeweils 7 Megapixel aufnehmen. 4k-Videoaufnahmen sind weiterhin nur mit 30 Bildern pro Sekunde möglich. (Die Gerüchteküche hatte hier eine Verdoppelung der Bildrate vorhergesagt.)  Der CMOS-Sensor soll außerdem 30% energieeffizienter arbeiten. Ob sich dieser Wert spürbar auf die Akkulaufzeit auswirkt, ist jedoch fraglich.

Mehr Einfluss auf die Nutzungsdauer hat da eher der neue A10-Fusion-Chip. Der Quad-Core-Prozessor ist mit jeweils zwei leistungsfähigen und zwei sparsamen Kernen ausgestattet. Letztere sollen beim iPhone 7 für eine um zwei Stunden verlängerte Batterielaufzeit sorgen. Beim Plus-Modell soll es laut Apple dagegen nur eine Stunde mehr sein. Apple gelingt es gleichzeitig die Leistung der für die Performance zuständigen Kerne um 40% zu steigern. Der Grafikchip legt sogar um 50% zu.

Weitere Neuerungen betreffen den Home-Button. Er wird beim iPhone 7 nicht mehr mechanisch bewegt, sondern nur noch berührt. Ein Sensor erfasst die Stärke des Fingerdrucks. Anschließend berechnet das iPhone ein hierzu passendes Feedback und gibt einen kurzen Vibrationsstoß über die Taptic Engine aus, die bereits vom iPhone 6s, der Apple Watch und den aktuellen MacBook-Trackpads bekannt ist. Für den Finger sollte sich der Home-Button also kaum anders als bisher anfühlen. Mit dem Wegfall des mechanischen Home-Buttons dürften die damit verbundenen Hardware-Probleme ebenfalls der Vergangenheit angehören.

Das Display des iPhone 7 wird 25% heller strahlen und einen größeren Farbraum darstellen können. Bei der Auflösung tut sich dagegen nichts. Ein zweiter Gehäuse-Lautsprecher soll dem Apple-Smartphone außerdem Stereo-Sound entlocken. Jeder Ton-Ingenieur wird über diesen Marketing-Schachzug vermutlich nur müde lächel, denn auf Grund der geringen Größe des iPhones ist es gar nicht möglich die Lautsprecher weit genug voneinander zu entfernen um dem Nutzer eine multidirektionale Akustik vorzugaukeln.

Trotz neuer Hardware haben sich die Abmessungen der jüngsten iPhones im Vergleich zu ihren Vorgängermodellen nicht geändert. Die meisten Schutzhüllen werden aber trotzdem nicht mehr passen, da die Kameras nicht nur mehr Platz auf der Rückseite in Anspruch nehmen, sondern auch an einer leicht verschobenen Position sitzen. Apples iPhone-Vergleichsseite bietet dazu einen guten Überblick.

Das neue iPhone kann ab dem 9. September 9:01 Uhr online vorbestellt werden. Am 16. September beginnt der eigentliche Verkauf (Deutschland, Österreich, Schweiz). Zwischenzeitlich (am 13. September) erscheint iOS 10.

Preise

iPhone 7:

  • 32 GB: 759 EUR
  • 128 GB: 869 EUR
  • 256 GB: 979 EUR

iPhone 7 Plus

  • 32 GB: 899 EUR
  • 128 GB: 1009 EUR
  • 256 GB: 1119 EUR
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