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Wasserdicht: Mit dem iPhone in den regnerischen Highlands

Wie ich am eigenen Leib erfahren durfte, sind die schottischen Highlands selbst im Mai ziemlich ungemütlich. Temperaturen um die 10 °C, heftiger Wind und natürlich Regen, Regen, Regen. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Trip in die raue Natur Schottlands, denn die Landschaft ist atemberaubend schön. Mitreisende iPhones sollten allerdings gut vor dem nasskalten Klima geschützt werden.

Ein geduschtes Apple-Smartphone stellt nämlich nicht nur einen finanziellen Schaden dar, sondern verursacht auch jede Menge Stress. Gerade im Ausland ist das iPhone die wichtigste Informationsquelle um sich in der fremden Umgebung zurecht zu finden.

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  • Wie kommt man auf kürzestem Wege zurück zum Hotel?
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  • Wo kann man gut essen?

Da aktuelle iPhone-Modelle richtig gute Fotos knipsen, ersetzt das Smartphone für viele auch die Kamera. Einen Verlust der Reiseerinnerungen mag man sich gar nicht ausmalen. Darüber hinaus ist das Apple-Handy die wichtigste Kommunikationsverbindung in die Heimat. Die eindrucksvollsten Schnappschüssen möchte man schließlich mit den Daheimgebliebenen teilen.

Um meine Apple-Geräte optimal vor Schmutz, Sand und Wasser abzuschirmen, baue ich seit mehreren Jahren auf die Schutzhüllen von Lifeproof. Letztere halten eine gute Balance zwischen Größe, Sicherheit und Funktionalität. Da mich zwei iPhones (6 und 6s Plus) auf meiner Schottland-Reise begleiteten, waren auch zwei Lifeproof-Cases mit an Bord. Das in Sachen Batterielaufzeit schwachbrüstigere iPhone 6 bekam ein weißes Lifeproof Frē Power spendiert. Dieses wasserdichte Case bringt nämlich einen ins Gehäuse integrierten Zusatzakku mit. Das mitreisende iPhone 6s Plus wurde mit einem Lifeproof nüüd in schwarz geschützt. Es dichtet direkt auf dem Smartphone-Display ab, ohne eine zusätzliche Schutzfolie zwischen Finger und Bildschirm.

Frē Power

Die Idee eine Batterie in die bewährten Lifeproof-Hüllen zu integrieren gefällt mir sehr gut. Das Case wird dadurch zwar geringfügig dicker, doch da man gerade auf längeren Touren (oder beim Geocaching) ohnehin Schutz und Energie braucht, liegt der Mehrwert auf der Hand. Das Frē Power bringt eine Akkukapazität von 2600 Milliamperestunden (mAh) mit und verdoppelt damit die Laufzeit eines iPhone 6 oder 6s.

Dass die iPhone-Modelle aus 2014 und 2015 gleichermaßen ins Frē Power passen, ist der flexiblen Folie geschuldet, welche den gesamten Bildschirm bedeckt. Im Gegensatz zu den meisten anderen wasserdichten Hüllen auf dem Markt liegt der Kunststofffilm sehr eng an, so dass keine Luftblasen bei der Bedienung stören. Ist der Bildschirm ausgeschaltet, können vereinzelt farbige Schlieren zu sehen sein, doch diese werden unsichtbar sobald man das iPhone wie gewohnt nutzt.

Die Case-Batterie wird über eine Taste auf der Rückseite aktiviert. Ist das iPhone vollgetankt, stoppt der Ladevorgang automatisch, so dass die verbleibenden Energiereserven geschont werden. Vier LEDs zeigen auf Knopfdruck den aktuellen Ladestand des integrierten Akkus an. Die Schutzhülle selbst wird über ein Micro-USB-Kabel aufgeladen, welches im Lieferumfang enthalten ist. Ein zusätzliches Lightning-Kabel muss man nicht mitschleppen, weil das Lifeproof-Produkt sowohl das eingesetzte iPhone als auch die Reserve-Batterie lädt.

Insgesamt wirkt das Frē Power extrem robust, da der gesamte Rahmen aus Hartgummi besteht. Dieser solide „Bumper“ ragt auch über das Display hinaus, so dass selbst bei einem ungünstigen Sturz kein gesplitterter Bildschirm zu befürchten ist. Die Rückseite besteht zum Großteil aus verwindungssteifem Kunststoff. Sie trägt so zusätzlich zur Stabilität bei. Lifeproof gibt eine maximale Fallhöhe von 2 Metern an, ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass das Frē Power noch mehr aushält.

Nach einem Sturz sollte man das Case allerdings erneut auf Wasserdichtigkeit prüfen. Gemäß Herstellerangaben ist ein Untertauchen von mindestens 1 Stunde bei einer Tiefe von 2 Metern kein Problem.

nüüd

An den Gedanken dass eine Schutzhülle wasserdicht ist, obwohl das Display von keiner Folie bedeckt wird, muss man sich erst einmal gewöhnen. Beim Lifeproof nüüd sitzt die Dichtung nämlich direkt auf dem Displayrand des iPhones. Besorgte Leser kann ich jedoch beruhigen, das ungewöhnliche Konzept funktioniert. Ich war im letzten Jahr mit einem iPhone 6 Plus auf Rhodos schnorcheln und konnte dank nüüd-Schutz spannende Unterwasser-Aufnahmen machen (ihr könnt sie euch hier auf Youtube ansehen). Das iPhone hat dabei keinen Tropfen Wasser abbekommen. Wer trotzdem ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hat, kann auch beim nüüd zuvor einen Test auf Wasserdichtigkeit machen. Im Lieferumfang ist ein iPhone-Dummy enthalten, welcher für die Dauer des Test die Rolle des Apple-Smartphones übernimmt.

Aber Achtung! Da es bei diesem Folien-losen Case auf jeden Zehntelmillimeter ankommt, sind die nüüd-Modelle fürs iPhone 6 und 6s untereinander inkompatibel. Auf Grund der 3D Touch-Technologie sind 6s und 6s Plus nämlich 0,2 mm dicker als ihre Vorgänger. Achtet also darauf, dass ihr euch die passende Version für eure iPhone-Variante kauft.

Das nüüd bringt alle Ausstattungsmerkmale mit die für Lifeproof-Cases typisch sind. Der solide Hartgummi-Rahmen schützt euer iPhone zuverlässig bei Stürzen aus einer Höhe von bis zu zwei Metern. Alle Tasten, Schalter, Lautsprecher, Mikros und Kameras bleiben weiterhin in Funktion. Sogar Touch ID kann dank einer Spezialfolie über dem Home-Button wie gewohnt genutzt werden. Wer im Wasser planschend Musik hören möchte, kann auch dies tun. Ein wasserdichter Kopfhörer-Adapter, der ins Case eingeschraubt wird, liegt jeder Lifeproof-Packung bei.

Da ich gerne mit meinem iPhone fotografiere, ist es mir sehr wichtig, dass die Bildqualität nicht leidet. Auch hier habe ich mit Lifeproof stets gute Erfahrungen gemacht. Die Plexiglas-Scheibe, welche die Kamera schützt, verzerrt nicht und ist tief ins Case eingelassen, so dass sie nicht so leicht zerkratzen kann. Staub oder Wassertropfen vor der Kamera entferne ich mit dem mitgelieferten Mikrofasertuch. Letzteres ist sehr kompakt, so dass es problemlos im Portemonnaie oder der Hosentasche Platz findet. (Die letzten beiden Bilder in der Galerie wurden mit angelegtem nüüd geschossen.)

Sämtliche Lifeproof-Hüllen verfügen über eine separate Klappe über der Lightning-Buchse des iPhones. (Das Frē Power stellt eine Ausnahme dar. Hier wartet der Micro-USB-Anschluss hinter der Abdeckung.) Man muss den Wasser-Protektor also nicht abnehmen, nur um das Apple-Smartphone mit Energie zu versorgen. Wer Ladekabel einsetzt die nicht von Apple stammen, sollte vor dem Reiseantritt prüfen ob die Strippe in die dazugehörige Öffnung passt.

Wie andere Lifeproof-Cases auch öffnet man das nüüd mit einer Münze. Diese wird an einem dafür vorbereiteten Schlitz angesetzt und langsam gedreht, so dass sich die obere Schale der Schutzhülle von der unteren trennt. Tipp: Je größer der Durchmesser der Münze ist, und je besser sie in den Schlitz passt, desto leichter lässt sich das Case öffnen. Die 1-Euro-Münze hat sich bei mir bewährt. Ein herkömmlicher Einkaufschip tut es aber genauso. Noch besser hätte ich es gefunden wenn ein entsprechendes Tool bereits Bestandteil des Lieferumfangs gewesen wäre. Auch wenn es vermutlich genau dieses Werkzeug ist, das man als erstes verlieren würde.

Fazit

Wer ein wasserdichtes Case sucht, das zuverlässig, funktionell und solide ist, kommt nach wie vor an Lifeproof nicht vorbei. Dies scheinen auch viele andere so zu sehen, denn gefühlt hatte jeder 10. Tourist in Schottland ein Lifeproof-Case an seinem iPhone befestigt. Müsste ich mich für ein bestimmtes Modell entscheiden, so fiele meine Wahl auf das neue Frē Power, welches dank seiner praktischen Akku-Reserve viele Sympathiepunkte bei mir sammeln konnte. Es ist in schwarz oder weiß erhältlich und kostet regulär 129,99 Euro. Das hier ebenfalls vorgestellte nüüd fürs iPhone 6s Plus ist in schwarz, weiß und rot erhältlich. Es kostet 99,99 Euro. Das nüüd fürs iPhone 6s ist 10 Euro günstiger und zusätzlich auch in blau und grün verfügbar. Auch fürs iPhone 5/5s/SE und 5c gibt es die passende Schutzhülle.

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