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Bis hier und nicht weiter: Tim Cook weist das FBI in die Schranken

Habt ihr einen Lieblings-Apple-CEO? Zugegeben, viel Auswahl gibt es nicht, aber seit einigen Tagen ist Tim Cook mein klarer Favorit. Der ansonsten eher ruhig und farblos wirkende Apple-Geschäftsführer hat dem FBI eine schallende Ohrfeige verpasst. Die US-Behörde verlangt von Apple das iPhone eines der beiden San Bernardino-Attentäter zu knacken, indem Apple eine iOS-Version programmiert, welche eine Hintertür enthält. Die so manipulierte Software soll anschließend auf dem Terroristen-Smartphone installiert werden um an die darauf gespeicherten Daten zu kommen. Das FBI will so Klarheit gewinnen, ob die Attentäter einer terroristischen Gruppierung angehörten. Trotz richterlicher Anordnung weigert sich Apple das hauseigene iPhone- und iPad-Betriebssystem zu knacken. Tim Cook erklärt in einem offenen Brief die Gründe.

Obwohl wir davon ausgehen, dass die Absichten des FBI gut sind, wäre es falsch von der Regierung uns dazu zu zwingen eine Hintertür in unsere Produkte einzubauen. Letzten Endes befürchten wir dass diese Forderung die Freiheit und Selbstbestimmung unterminieren würde, welche unser Regierung eigentlich schützen soll.

Für sein klares öffentliches Statement gebührt Cook Respekt! Damit zwingt er Medien, Endverbraucher und Sicherheitsbehörden sich mit den Themen Datenschutz und Bürgerrechte auseinanderzusetzen. Würde Apple eine solche Hintertür in sein iPhone-Betriebssystem einbauen, wäre es nur eine Frage der Zeit bis Geheimdienste, Kriminelle und repressive Staaten sie für ihre Zwecke ausnutzen würden. Eine gelungene Karikatur von Stuart Carlson stellt die Problematik anschaulich dar:

Es geht hier also nicht nur um das Smartphone eines Terroristen, sondern um die Datensicherheit von sämtlichen iPhone-Nutzern weltweit. Das Apple-Handy ist schließlich der persönlichste Computer den wir besitzen. Es kennt unseren Aufenthaltsort, unsere Gesundheitsdaten, unsere Finanzen, unsere Freunde, unsere Surf-Gewohnheiten im Web, unsere politische Ansichten, unsere sexuelle Ausrichtung, und selbst den Kosenamen unseres Partners. Wer auf diesen Datenschatz zugreifen kann, hat uns in der Hand.

 

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