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Crowdfunding: Reinfall mit Ansage

Seit mehr als zwei Jahren unterstütze ich regelmäßig Crowdfunding-Projekte auf den Plattformen Kickstarter und Indiegogo. Als bekennender Early Adopter interessiere ich mich in erster Linie für technische Neuheiten, die es so noch nicht auf dem Markt gibt. Dem Reiz ein neues Gadget deutlich früher zu besitzen als andere, unterliege ich regelmäßig. Mit dem Ergebnis des Großteils der von mir unterstützten Projekte bin ich jedoch alles andere als zufrieden. Zeit für eine Bestandsaufnahme.

The DashCrowdfunding lohnt sich, dies behaupten zumindest die Betreiber der einschlägigen Plattformen. Für die Unterstützer der um finanzielle Mittel werbenden Start-Up-Firmen gilt dies jedoch eher selten. Sie erhalten für ihr Geld oft ein unfertiges Produkt dem Funktionen fehlen, welche in der Crowdfunding-Kampagne noch großspurig beworben wurden. Andere Start-Ups liefern Produkte ab die schnell kaputt gehen, nicht in die EU importiert werden dürfen oder überhaupt nicht funktionieren. Wieder andere liefern gar nichts. Egal was letztlich schief läuft, der Dumme ist am Ende der Unterstützer, welcher nicht nur Bares vorgeschossen hat, sondern auch eine große Portion Vertrauen. Während man als Verbraucher ein mangelhaftes Produkt an den Händler zurück geben kann, schauen Kickstarter- und Indiegogo-Nutzer in die Röhre. Sie können nur das unterstützte Start-Up anschreiben und hoffen dass man sich dort kulant zeigt.

Die Bilanz der von mir unterstützten Projekte sieht düster aus:

  • Im März 2013 unterstützte ich einen Temperaturfühler fürs iPhone mit 25 $. Er wurde pünktlich geliefert. Jedoch stellte sich schnell heraus, dass der Sensor von der Abwärme des iPhones stark beeinflusst wurde, so dass er letztlich nach kurzer Zeit falsche Werte anzeigte.
  • Im April 2013 beteiligte ich mich mit 20 $ am sogenannten Breathometer. Dabei handelt es sich um einen Atem-Alkoholtester fürs iPhone, der jedoch nie funktionierte. Das Start-Up-Unternehmen Burlingame lieferte zwar kostenlosen Ersatz, doch auch dieser scheiterte an einfachsten Messungen. Neben dem Unterstützungsbeitrag waren natürlich auch die 20 $ Versandkosten für die Katz.
  • Im März 2014 unterstützte ich mit 199 $ das Projekt „The Dash“ vom deutschen Start-Up Bragi. Das Gerät ist ein drahtloser Ohrhörer mit integrierten Fitness-Sensoren. Es sollte eigentlich bereits im November 2014 ausgeliefert werden. Ich warte noch immer auf meinen Dash, während reguläre Besteller laut Bragi ab Oktober 2015 mit ihren Lieferungen rechnen können.
  • Im August 2014 bekam das Kickstarter-Projekt OwnPhones von mir 149 $. Die drahtlosen Ohrhörer sollten eigentlich im März 2015 ausgeliefert werden. Bisher warten alle Unterstützer vergebens. Seit 2 Monaten gibt es auch keine Projekt-Updates mehr, kein gutes Zeichen.
  • Im Februar 2015 unterstützte ich das vielversprechende Projekt SONICable mit 33 $. Das gleichnamige Start-Up versprach ein spezielles Lightning-Kabel zu liefern, welches iPhones deutlich schneller auflädt. Inzwischen enthält die Kampagne hunderte von Kommentaren von Unterstützern, die sich über eine ausbleibende Lieferung beschweren. Auch ich habe das Kabel nie erhalten. Offenbar liegt ein handfester Betrug vor. Das Geld ist auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

Des Weiteren unterstütze ich zwei weitere Projekte, denen ich durchaus noch Chancen auf Erfolg zugestehe. Die insgesamt stark negative Bilanz zeigt aber, dass Crowdfunding-Projekte einem großen Risiko unterliegen und sich daher zumindest aus finanzieller Sicht nicht lohnen. Überlegt euch also gut ob ihr ein Projekt mitfinanzieren wollt.

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