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​Apple Music: Überraschendes Fazit nach 3 Monaten Dauertest

Ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten. Nun ist es aber tatsächlich passiert. Mein Spotify-Account ist gekündigt und mein Apple Music-Abo wurde verlängert. Nicht etwa weil ich vergessen hätte vor Ablauf der kostenlosen Testphase die automatische Verlängerung zu canceln, nein. Tatsächlich war das volle Absicht, denn Apple Music gefällt mir inzwischen besser als alle anderen Musikflat-Dienste. Die Gründe sind banal, aber in meinem Falle ausschlaggebend.

Das Album Charango ist nicht nur ein Meilenstein des Trip-Hops, sondern auch ganze 4 Mal bei Apple Music vertreten.

Das Album Charango ist nicht nur ein Meilenstein des Trip-Hops, sondern auch ganze 4 Mal bei Apple Music vertreten.

Ganz klar, Apple Music funktioniert noch nicht wie es soll. Die App ist unübersichtlich und kämpft mit zahlreichen Bugs. So kommt es beispielsweise beim Song-Download für die Offline-Nutzung vor, dass ganze Alben oder Playlisten spurlos verschwinden. Erst ein iPhone-Neustart bringt sie zurück. Auch der Musikkatalog ist nach meinem Dafürhalten kleiner als bei Platzhirsch Spotify. Manchen Alben fehlen ein oder zwei Tracks. Dafür gibt es diese Alben dann in verschiedenen Ausführungen. Mal mit Bonus-Tracks, mal mit Live-Mitschnitten und mal ohne Extras. Das krasseste Beispiel welches mir bisher unterkam ist der Release „Charango“ von der Trip-Hop-Band Morcheeba. Ganze 4 Versionen existieren von diesem Longplayer. Solche Kuriositäten findet man bei Spotify nicht. Manche Musikliebhaber könnten aber gerade diese Vielfalt schätzen. Apple Music ist also alles andere als perfekt. Wer aber glaubt Apple würde den Streaming-Dienst in diesem Zustand lassen, der irrt. Über Jahrzehnte hat der US-Konzern immer wieder seine Liebe zur Musik betont und mit zahlreichen Innovationen auch unter Beweis gestellt.

Die Entscheidung für Apple Music und gegen Spotify reifte bei mir mit zunehmender Nutzung der von Apple zusammengestellten Playlisten. Diese orientieren sich am eigenen Musikgeschmack. Damit der Dienst auch weiß, was man gern hört, gibt man bei der Ersteinrichtung seine bevorzugten Genres und Künstler an. Damit ist das Anlernen von Apple Music aber noch lange nicht abgeschlossen. Die Playlist-Vorschläge werden immer besser, je mehr Songs man hört. Hierbei darf jedoch das Favorisieren derjenigen Tracks nicht vergessen werden, die den eigenen Musikgeschmack besonders gut treffen. Wer Apple Music auf diese Weise trainiert, bekommt schon nach wenigen Tagen unter der Rubrik „Für Dich“ tolle Playlisten-Vorschläge. Auf diese Weise habe ich altbekannte und liebgewonnene Songs wiederentdeckt, nach denen ich bei Spotify niemals gesucht hätte. Es lohnt sich auch mal in Genres reinzuhören, welche man ansonsten eher links liegen lässt. Das erweitert nicht nur den musikalischen Horizont, sondern ermöglicht auch eine ganze neue Art des Musik-Entdeckens. Mir macht das Stöbern in Apple Music jedenfalls großen Spaß, nicht zuletzt weil jede Playlist auch ein kleines Stück Musikgeschichte enthält.

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