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Fitbit Charge HR: Mehr Spaß an Bewegung

Eigentlich hatte ich das Thema Fitness-Tracker für mich persönlich längst abgehakt. Seit dem iPhone 5S steckt nämlich ein elektronischer Schrittzähler in Apples Smartphones. Für meine Zwecke ist das völlig ausreichend, dachte ich zumindest. Doch dann habe ich das Fitness-Armband Charge HR von Fitbit ausprobiert.

Gut geschlafen? Die Fitbit-App gibt Auskunft.

Gut geschlafen? Die Fitbit-App gibt Auskunft.

Zum Schrittezählen nutze ich schon länger die kostenlose Fitbit-App, denn mit ihr kann man nicht nur die hauseigenen Tracker nutzen, sondern auch den integrierten Bewegungsprozessor des iPhones auslesen. Im Gegensatz zu Apples Health-Anwendung gefällt mir die Aufmachung deutlich besser. Die Fitbit-App ist aber nicht nur übersichtlicher und liebevoller gestaltet, sondern bietet neben der Tracking-Komponente auch die Möglichkeit ein Ernährungstagebuch zu führen und bringt die hierfür obligatorischen Lebensmitteltabellen, inkl. Nährwertangaben, gleich mit. Dieser ganzheitliche Ansatz, also die Kontrolle aus Ernährung (Energieaufnahme) und Bewegung (Energieverbrauch), lässt andere Fitness-Apps wie Spielzeug aussehen. Die gesammelten Daten setzt die iPhone-Anwendung schließlich in übersichtliche Grafiken um, so dass man stets den Durchblick hat ob man mit dem letzten Stück Schokolade bereits übers Tagesziel hinausgeschossen ist, oder der Naschanfall ohne schlechtes Gewissen abgehakt werden kann. Besitzt man dann auch noch eine Fitbit-Körperfettwaage (so wie ich), ist der tägliche Gesundheitscheck lückenlos. Die Daten werden von der App mit eurem Fitbit-Account synchronisiert und können auch via Browser abgerufen und ergänzt werden.

Den Fitbit Charge HR betrachte ich vor allem als Werkzeug um aus der Fitbit-App noch mehr Nutzen zu ziehen. Die gesammelten Daten wie Schritte und verbrannte Kalorien gewinnen dabei nicht nur an Genauigkeit (denn sein iPhone trägt man ja nicht 24 Stunden am Körper), sondern es kommen auch zusätzliche Infos hinzu. Beispielsweise kann der Charge HR auch nachts getragen werden und überwacht dabei die Schlafqualität. Am nächsten Morgen kann man (wieder einmal grafisch sehr chic aufbereitet) sehen, wann und wie oft man sich unruhig hin und her gewälzt hat, oder sogar aufgewacht ist. Apropos aufwachen: Der Tracker kann euch auch sanft per Vibrationsalarm wecken.

Die Herzfrequenzmessung eines Tages. Dort wo der Graph endet wurde der Tracker abgenommen.

Die Herzfrequenzmessung eines Tages. Dort wo der Graph endet wurde der Tracker abgenommen.

Die Besonderheit am Charge HR (das HR steht übrigens für Heart Rate) ist die permanente Messung der Herzfrequenz. Sportler können sich also den lästigen Brustgurt sparen. Doch das Gadget zeichnet nicht etwa per Knopfdruck auf, sondern ist 24 Stunden aktiv. Zwei grüne Hochleistungs-LEDs messen permanent den Blutfluss in eurem Arm. Wer keinen Leistungssport betreibt, wird sich eher für den Ruhepuls interessieren, der ein wichtiges Merkmal für die allgemeine körperliche Fitness ist. Natürlich berechnet die Fitbit-App letzteren vollautomatisch. Spaß hat mir aber vor allem die Tagesübersicht der Herzfrequenz bereit. So konnte ich genau nachverfolgen zu welcher Tageszeit ich den optimalen Puls für eine möglichst effiziente Fettverbrennung erreicht hatte und vor allem wie lange dieser Zustand angehalten hat. Bewegung muss einfach Spaß machen und der Charge HR trägt seinen Teil dazu bei. Wer lieber wandert anstatt zu joggen wird an dem Gerät genauso viel Freude haben wie ein Läufer der sich auf einen Marathon vorbereitet.

Während ein iPhone schon auf Grund der fehlenden Befestigungsmöglichkeiten beim Sport eher stört, habe ich den Fitness-Tracker nicht bemerkt. Das Elastomer-Armband trägt sich sehr angenehm. Damit man nicht zu sehr darunter schwitzt, kann man es ruhig etwas lockerer tragen. Die Herzfrequenzmessung funktioniert trotzdem. In den letzten zwei Wochen habe ich den Charge HR kaum vom Handgelenk abgenommen. Zu Hautirritationen oder sonstigen Nachteilen hat das nicht geführt. Auch Duschen war kein Problem, obwohl Fitbit offiziell davon abrät. Der Hersteller nennt den Tracker „wasserfest“ aber eben nicht wasserdicht. Ein dauerhaftes Untertauchen, zum Beispiel beim Schwimmen, ist wohl weniger ratsam.

Die Wochenstatistik kommt per Mail.

Die Wochenstatistik kommt per Mail.

Eine Akkuladung hat in meinem zweiwöchigen Dauertest etwa 6 Tage gehalten. Einen Tag bevor der Saft ausgeht meldet sich der Charge HR bei euch per E-Mail und Info-Anzeige innerhalb der Fitbit-App. Aufgeladen wird das gute Stück über das mitgelieferte USB-Kabel. Dieses solltet ihr aber besser nicht verlieren, denn der Ladeanschluss am Fitbit Charge HR sieht nach einer Eigenentwicklung aus. Hier passt also weder Mini-USB noch Micro-USB.

Die Synchronisation der gesammelten Daten findet per Bluetooth 4.0 statt. Das heißt man muss sein iPhone nicht einmal koppeln, damit die Übertragung startet. Für die Synchronisation am Mac bzw. PC wird ein mitgelieferter Dongle benötigt. Der Charge HR kann eure Bewegungsdaten für 7 Tage speichern. Ihr müsst also nicht jeden Tag eine Verbindung aufbauen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich aber sagen, dass man aus Neugier eher mehrmals am Tag den aktuellsten Datensatz abruft, obwohl man die gelaufenen Schritte, die verbrannten Kalorien und weitere tagesaktuelle Daten auch direkt am Display des Trackers ablesen könnte.

Fazit

Fitbit Italien-AbzeichenDer Charge HR ist eigentlich kein Fitness-Tracker sondern ein Life-Tracker. Die lückenlose Kontrolle ermöglicht nicht nur eine Erfassung und Bewertung der körperlichen Fitness, vielmehr gibt sie ein objektives Bild der allgemeinen gesundheitlichen Verfassung ab. Einige Krankenkassen haben dies längst erkannt und bezuschussen daher Fitness-Tracker. Der Kaufpreis von 149,95 Euro schmerzt also nicht allzu sehr.

Im Gegensatz zum Gros der Gesundheitsbrache hat Fitbit erkannt, dass Bewegungstracking vor allem Spaß machen muss. Mir ist kein anderer Hersteller bekannt der es durch viele kleine Gimmicks immer wieder schafft die Motivation aufrecht zu erhalten.  Moment! Es ist gerade eine E-Mail von Fitbit eingegangen. Ich bin 1184 km gegangen und habe mir damit das Italien-Abzeichen verdient. Und wie sieht es bei euch aus?

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