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Telekom-Reservierungs-Service: Ein wertloses Versprechen

Einige Wochen vor der offiziellen iPhone 6s-Ankündigung, nämlich am 10. August 2015, hat die Deutsche Telekom wieder einmal ihren Smartphone-Reservierungs-Service aktiviert. Die früher auch als „Premierenticket“ bekannte Aktion hat augenscheinlich das Ziel den jährlichen Kundenansturm zum iPhone-Verkaufsstart in geordnete Bahnen zu lenken. Den reservierenden Kunden wird eine „bevorzugte Belieferung“ versprochen. Doch stimmt das auch, oder nutzt die Telekom die Reservierung lediglich um Kunden zum Vertragsabschluss zu motivieren?Nachdem ich die Jahre zuvor viel Schlechtes über das Premierenticket gelesen hatte, wollte ich diesmal selbst die Probe aufs Exempel machen und habe mein eigenes Magenta-Ticket am 25. August gelöst. Kurze Zeit später kam dann per Post ein Schreiben, welches die Reservierung bestätigte, inklusive Auftragsnummer und PIN-Code. Beides wird jedoch überhaupt nicht benötigt, denn laut Telekom ist der Reservierungs-Service automatisch mit dem eigenen Kundenkonto verknüpft. Wieso also dann der Aufwand? Am 12. September, dem offiziellen iPhone 6s-Verkaufsstart habe ich schließlich meinen Vertrag um kurz vor 9 Uhr via Hotline verlängert. Wie erwartet fand das „Premierenticket“ hier keine Anwendung. Bestellt wurde ein iPhone 6s Plus 128 GB in spacegrau.

Inzwischen können iPhone-Besteller ihren Lieferstatus auf dieser Seite abfragen. Das Web-Formular unterscheidet auch tatsächlich zwischen Bestellungen mit Reservierungs-Service und ohne. Ich habe also meine Daten eingegeben und wäre fast aus allen Wolken gefallen! Erst in der Kalenderwoche 43 (19.10. – 24.10.) möchte die Telekom das iPhone liefern, ganze 4 Wochen nachdem Apple mit der Auslieferung beginnt. Hätte ich am 12. September gegen 9 Uhr morgens direkt bei Apple bestellt, wäre ich dagegen pünktlich beliefert worden.

Natürlich hat mich auch interessiert, welchen Zeitvorteil mir der Reservierungs-Service bringt. Also startete ich die gleiche Abfrage und gab dabei an keine Reservierung getätigt zu haben. Das Lieferstatus-Tool spuckte überraschenderweise den identischen Lieferzeitraum aus. Spaßeshalber gab ich in einem 3. Versuch an das iPhone am 10. August, also dem Start des Reservierungs-Service, reserviert zu haben. Wieder spuckte das Lieferstatus-Tool die KW 43 aus.

Diese Ergebnisse lassen nur einen Schluss zu: Der Reservierungs-Service der Telekom hat keinerlei Einfluss wie schnell ein Kunde sein iPhone erhält. Das Versprechen einer bevorzugten Belieferung ist also wertlos und der angeblich kundenfreundliche Service ist als Marketing-Aktion entlarvt.

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5 Comments

  • flo 16. September 2015 at 14:45

    Reserviert am 10.08 bestellt am 12.09 gegen 17 Uhr. Bestellt wurde ein iPhone 6s Spacegrau 128gb.
    Ihr voraussichtlicher Liefertermin: KW 39 21.09. – 26.09.2015
    Drücke die Daumen, dass deins vielleicht doch noch etwas eher kommt.

    • Frank 16. September 2015 at 16:20

      Danke 🙂 Die 6s (ohne Plus) sind in der Tat besser lieferbar. Aber auch hier das gleiche Spiel: Ob mit oder ohne Reservierung spielt aber keine Rolle.

    • Alex 21. September 2015 at 16:39

      Stand bei mir auch. Heute ist es dagegen schon mal die KW 40. Wurde also um eine Woche nach oben gesetzt. Ich tendiere eher zu Frank’s Annahme.

  • Kirk 21. September 2015 at 11:34

    Sorry, schlechter Artikel. Verständlich, dass Du Dich über die lange Lieferzeit aufregst. Aber hättest Du ein paar Sekunden länger die Lieferstatus-Abfrage getestet, hättest Du schnell sehen können, dass die Reservierung sehr wohl einen Unterschied machen kann. Nur weil es in Deinem Fall keine Rolle spielt, muss man nicht gleich eine Verschwörung sehen.

    • Frank 21. September 2015 at 11:35

      Kannst Du Deine Kritik mit einem Beispiel untermauern?

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